Die Arbeit besteht aus zwei Materialien, nämlich Bronze und Beton. Ich beschäftige mich sehr oft mit unterschiedlichen Werkstoffen, um ihre Zusammenwirkung zu erforschen. Der Beton ist heller als der Torso und verleiht dem ganzen Werk, trotz seiner physikalischen Schwere, eine gewisse Leichtigkeit. Der Torso „wächst“ aus der unteren Form.
Eine Figur reißt sich die Haut vom Gesicht mit ihrer linken Hand ab, während die andere Hand in den Leib tief greift und das Fleisch von hinten wegzieht. Der Torso wirkt eher männlich, obwohl die leichten Rundungen im unteren Teil mehr an weiblichen Figuren erinnern.
Die Volumina haben einen heterogenen Realitätsbezug: der rechte Arm wurde lebensnäher dargestellt, um die Spannung und die körperliche Anstrengung zu betonen. Im Gesicht gibt es nur eine raue Oberfläche zu sehen, die die Identifizierung eines Individuums verunmöglicht. Die eine Hand zieht ein abgebildetes Element (das Gesicht) vom Körper weg, während die andere Hand das Material (den modellierten Ton) offensichtlich macht. Es ergibt sich ein Spiel zwischen dem realen Körper und dem skulpturalen Körper.
Das Wort „Person“ kommt aus dem Latein persona und weist ursprünglich auf die im Theater getragenen Masken hin. Da kein Gesicht sichtbar ist, könnte der Betrachter sich fragen, inwiefern die Haut real oder künstlich ist. Was sehen wir von den anderen Personen? Ihre gesellschaftlich geprägte Art und Weise, sich in dieser oder jener Situation anders zu verhalten. Es kann sehr schwierig sein, sicher zu stellen, wann eine gewisse Person sich ‚authentisch‘ verhält… Manchmal sind die gesellschaftlichen Aufforderungen eine Last. Deshalb kann das Wegziehen der Haut-Maske, gleichzeitig eine schmerzhafte und eine befreiende und befriedigende Aktion sein.
