Sven Rünger
In Between

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Maße:

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Grünfläche am Deilbach
42555 Velbert – Langenberg

Hohenfelser Basaltlava / Carrara Marmor

Säule: H 75 cm, Ø 60 cm
Skulptur Ø 70 cm, Höhe 70 cm

2026

Skulptur und Material

Die beiden Modelle der Skulptur sind Variationen der selben Idee und der gleichen Grundform. Das eine Modell wirkt reduzierter und konzentriert sich auf das Grundprinzip der Form, das andere Modell erinnert durch seine leicht unregelmäßige Linienführung eher an etwas Körperhaftes, Organisches, fast Lebendiges.
Sie bestehen aus zwei nahezu identischen, weich gerundeten Volumen, die übereinander gelagert sind und durch eine feine, umlaufende Fuge voneinander getrennt werden. Diese schmale Spalte ist zugleich Trennung und Verbindung, wodurch der Ausdruck der Skulptur zwischen Einheit und Teilung, zwischen Ruhe und Spannung oszilliert. Der graue Carrara Marmor (Bardiglio) verstärkt den Eindruck von Zeitlosigkeit und Stille und verleiht ihr eine ruhige, meditative Präsenz.
Der massive Sockel besteht aus Basaltlava, erdet die Skulptur und bildet zu der beinahe schwebenden Form, als Kontrast den stabilen Gegenpol. Auch hier entsteht aus Skulptur und Sockel wiederum eine Einheit.

 

Idee und Intention

Die Arbeit thematisiert die Dualität, die Einheit und Teilung, aus der alles Leben hervorgeht. Die Teilung ist die Voraussetzung für Entwicklung oder Höherentwicklung im Sinne der Evolution. Ohne es eindeutig festzulegen, lässt sich die Skulptur in unterschiedlicher Art interpretieren.
Beim ersten Eindruck entsteht das Bild einer Zellteilung, die für uns meist unsichtbar verläuft und doch grundlegend ist für die Entstehung und Weiterentwicklung von Leben.
Die Skulptur ist aber auch als Vereinigung lesbar, als die Einheit hinter der Polarität, in der beide Teile gleichwertig zusammen gehören, einander bedingen oder voneinander abhängig sind. Die Form erinnert dadurch an die elementaren Prinzipien des Lebens.
In einer Zeit gesellschaftlicher Spaltung zeigt sich dieses Prinzip in dem Ringen unterschiedlicher Kräfte und erinnert daran, dass oben und unten, aktiv und passiv, Gut und Böse immer nur zwei Seiten der gleichen Medaille sind. In der Auseinandersetzung der Gegensätze  und der damit einhergehenden Veränderung geht es um Verständigung, Weiterentwicklung und die Koexistenz  beider Seiten. Diese Skulptur spricht von Ausgleich und Balance, nicht von Dominanz des Einen über das Andere.

 

Im öffentlichen Raum verstehe ich meine Arbeit als Ort des Innehaltens. Es kommt zum Dialog zwischen Mensch und Skulptur. Sie eröffnet einen Moment der Reflexion über das, was wir tun, wer wir sind und was in und um uns herum geschieht. Sie fordert dazu auf, den Moment zwischen den Polen wahrzunehmen, den Zwischenraum, in dem Annäherung stattfindet und in dem Veränderung, Verständigung und Entwicklung möglich werden.