In dem 1999 geschaffenen Werk umwickelt Rune Mields eine Körperkontur mit einem Band aus Ziffern, das halsabwärts um die Figur gewickelt ist und sie eng umschlingt.
Die Kontur des Kopfes wird von einer quadratischen schwarzen Leinwand bedeckt, aus der uns ein schwarzes Augenpaar fixiert.
Das Band besteht aus einer willkürlichen Abfolge von schwarzen Ziffern von 0 bis 9, die sich in Größe und Schrift unterscheiden, keinem Muster oder Reihung folgen und sich nicht zu Zahlen addieren, auch wenn zufällige Paarungen dieses suggerieren mögen.
In Rune Mields künstlerischen Werk geht es um das Beziehungsgeflecht von Zahlen und Zeichen, sie beschäftigt sich mit mathematischen Symbolen und verknüpft sie mit Spuren der Orte, an denen sie tätig ist. In Langenberg bezieht sie sich auf die Tradition der Bandweber, die den Ort im Zuge der Industrialisierung zu bemerkenswerten Reichtum geführt haben. Der symbolische, pekuniäre Wert des Bandes drückt sich in der endlosen Abfolge der Ziffern aus, die kein Mensch in der Summe abschließend bewerten kann.
Während der Arbeit an der Skulptur beschäftigte sich Rune Mields zeitgleich mit einem Zyklus, den sie „Schwarze Göttinen“ nannte. Kurz gefasst geht es darin um eine gespenstische Ahnengalerie von historischen Dämoninnen und Unheilsprophetinnen, die Mields in Anlehnung an multikulturelle, volkstümliche Porträtierungen neuen Ausdruck verleiht. Hier nun glotzt uns eine solche schwarze Ausgeburt mit schrägen Augen an und scheint zu fragen, was aus dem Reichtum der Vergangenheit geblieben ist.
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Geburtsjahr und -ort:
Geboren 1935 in Münster, lebt und arbeitet in Köln
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Kontetxt im Gesamtwerk
Rune Mields Arbeiten verbinden Kunst, Philosophie und Wissenschaft. Sie sieht Mathematik als Schlüssel zum Verständnis der Welt. Ihre Werke sind oft negativ dargestellt – Zahlen und Formen werden ausgespart, statt aufgetragen, was eine besondere Tiefe und Reflexionsebene schafft.
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Kontak
https://de.wikipedia.org/wiki/Rune_Mields
